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  • anditrautmann

New Curriculum - Update für den Bildungsplan


Seit etwa zwei Jahren gibt es jetzt einen neuen Bildungsplan für die Sekundarschulen in Uganda.

Workshop zum Neuen Curriculum

Ende Mai hatte ich Gelegenheit bei einer Bildungskonferenz in Luweero einem der Autoren zu begegnen und seinem Vortrag zu folgen.

Er machte sehr deutlich, warum ein neuer Bildungsplan (New Curriculum, wie es hier genannt wird), längst überfällig war. Oft werdenThemen behandelt, die nicht aus dem Lebensumfeld der Schüler stammen und dadurch nur wenig oder gar nicht relevant werden. So wird immer noch das Thema Stau in New York behandelt, obwohl sich New York seit dem Erscheinungsdatum der Schulbücher (80er Jahre) verändert hat und es in Kampala mehr als genügend Beispiele für Stau gibt. An manchen Tagen ist es nicht möglich mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Am Donnerstag haben wir für einen kurzen Einkaufstrip in die Innenstadt (von Lubowa nach Kololo sind es 12 km) insgesamt 5h gebraucht.

Im Stau gibt es keine Spuren mehr. Jeder fährt wo man ein paar Zentimeter voran kommt.


Der Unterrricht bleibt meist sehr theoretisch und ist kaum oder gar nicht anwendungsbezogen. Im Physikunterricht wird mit Unterrichtswerken von 1985 sehr abstrakt und theoretisch gelehrt, was Wasser kochen bedeutet, obwohl die meisten Schüler am morgen schon Wasser fürs Frühstück gekocht haben, und somit genügend Anknüpfungspunkte an den Alltag gegeben wären. Außerdem sind viele Unterrichtsinhalte längst veraltet, was bei über 30 Jahre alten Schulbüchern nicht verwundert. Die Kinder müssen immer noch den Aufbau von Röhrenfernsehern lernen, obwohl diese auch hierzulande den Flachbildfernsehern weichen mussten.


Das Neue Curriculum: nicht leicht, an ein gedrucktes Exemplar zu kommen.


Der vielleicht wichtigste Kernpunkt im Neuen Curriculum ist die Schülerzentrierung. Das Lernen steht jetzt im Vordergrund. ("There must be more learning happening than teaching.") Dazu gehören auch Methoden wie das Lernen in Projekten, Problemorientierung, Praxisorientierung, Rechercheaufgaben etc.

Aber für die Implementierung und die Umsetzung im Schulalltag bleiben noch viele Fragen offen. Bei meist 80 oder mehr Schülern im Klassenzimmer bleibt wenig Platz für individuelles Lernen. Recherche kann nur stattfinden, wenn auch die entsprechenden Bücher, digitalen Ressourcen oder Internetzugang vorhanden sind.

Dies wird in den nächsten Jahren ein Thema für all unsere Modellschulen bleiben, an dem wir kontinuierlich durch Workshops und Beratungen arbeiten werden.


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