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  • anditrautmann

Unser erster Schultag

Endlich geht es los, wir besuchen zum ersten Mal eine Schule in Uganda.


Auch wenn es noch ein eher inoffzieller Besuch ist, ist es gleichzeitig auch irgendwie der Auftakt zu meinem Projekt. Bis zum Ende des Jahres werde ich vielleicht mehr Schulen in Uganda von innen gesehen haben, als in Deutschland. Der Kontakt zu Miss Dinah, der Schulleiterin dieser Schule, entstand schon vor unserer Ausreise über mehrere Ecken und so werden wir bei unserer Ankunft an der Secondary School in Mukono als ganze Familie herzlich empfangen.

Miss Dinah empfängt uns in ihrem Büro


Das Gelände der Schule erscheint riesig. Die Unterrichtsräume sind in mehreren einstöckigen Gebäuden untergebracht. Dazwischen wachsen Mangos, Avocados, Jackfruit und Bananen. Selbst Granatäpfel wachsen an einem Strauch in der Ecke. Das ist aber auch dringend nötig, um den Speiseplan der Schüler zu erweitern. Das Geld reicht nicht, um auf dem Markt Lebensmittel einzukaufen. Daher baut die Schule außerdem Kartoffeln, Süßkartoffeln und jede Menge (Koch-)Bananen an. Hühner laufen frei herum und auf dem Fußballfeld entdecken wir zwei Rinder, die Milch fürs Frühstück liefern. Viele der Schüler wohnen in einem der zwei Schlafsäle und packen dann bei der Bewirtschaftung mit an.

Viel Platz und viel Grün. Früher gehörte der Hang hinter dem Fußballplatz auch noch zum Schulgelände. Jetzt werden die Kartoffeln woanders angepflanzt.


Da noch Ferien sind, ist es recht ruhig. Bald werden hier einige hundert Schüler unterwegs sein und die Klassenräume füllen. Im Schnitt zwischen 80 und 90 pro Klasse. In einigen Schulen finden sich meist nicht weniger als hundert Schüler in einem Raum, auch in der Grundschule.

Damit alle reinpassen sitzen pro Bank bis zu drei Schüler gleichzeitig.


Schulleiter zu sein bedeutet in Uganda etwas anderes als in Deutschland. Miss Dinah ist gut beschäftigt damit, den Überblick zu behalten. Neben Unterrichtsbelangen gilt es die Finanzen aufzustocken und, wo möglich, Kosten zu reduzieren. Nur gut die Hälfte der Lehrer wird vom Staat bezahlt. Für den Rest muss sich der Schulleiter um das Geld kümmern. Rein rechtlich gibt es zwar die sogenannte "Universal Primary Education" und "Universal Secondary Education". Das bedeutet, dass die Schulleiter kein Schulgeld mehr von den Eltern einfordern sollen. Faktisch funktioniert das aber leider noch nicht.


Budgets für dringend benötigte Baumaßnahmen gibt es auch nicht. Trotzdem müssen neue Unterrichtsräume für die (aufgrund der schnell wachsenden Bevölkerung) steigenden Anmeldezahlen gebaut und die sanitären Anlagen erneuert werden. Außerdem schreibt das neue Curriculum sogenannte "vocational trainings" (vielleicht vergleichbar mit unserem Technikunterricht) vor, in dem die Schüler berufliche Qualifikationen lernen sollen. Auch dazu benötigt man Räume und Ausstattung.


Dieses Gebäude mit Computerraum, Versammlungsraum und Klassenzimmern entstand im letzten Jahr. Wenn mehr Geld da ist, wird noch der Rest verputzt.


Inspirierend finde ich, dass Miss Dinah sich von all diesen Herausforderungen nicht unterkriegen lässt. Ein großes Anliegen sind ihr die Schüler, die sich die Bildung nicht mehr leisten können. Ihre Schüler wissen, dass sie für diese Probleme immer ein offenes Ohr hat und Lösungen findet, wie sie weiterhin zur Schule kommen können, um ihren Abschluss zu machen.


Ich freue mich darauf, mit ihr und anderen Schulleitern im ganzen Land zusammen arbeiten zu können um Herausforderungen gemeinsam anzupacken.

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